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Blutdruck einordnen: Was sagen deine Werte laut Tabelle?
Nach der europäischen Leitlinie von 2024 gilt ein in der Praxis gemessener Blutdruck unter 120 zu 70 mmHg als nicht erhöht, 120 zu 70 bis unter 140 zu 90 als erhöht und ab 140 zu 90 als Bluthochdruck. Zu Hause beginnt Bluthochdruck schon bei einem Mittelwert von 135 zu 85. Liegen oberer und unterer Wert in verschiedenen Kategorien, zählt die höhere.
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Blutdruck einordnen
Deine Eingaben bleiben in diesem Browser. Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine Untersuchung. Grundlage: Kategorien unter 140/90 und Heimwerte nach ESC-Leitlinie 2024, Grade 1 bis 3 und Regel des höheren Werts nach ESC/ESH-Leitlinie 2018 und NVL Hypertonie 2023.
So wird gerechnet
Du gibst zwei Zahlen ein: den oberen, systolischen Wert und den unteren, diastolischen Wert, beide in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Außerdem wählst du, ob du in der Praxis oder zu Hause gemessen hast. Der Rechner ordnet jeden der beiden Werte einer Kategorie zu und zeigt dir die höhere. So legt es die europäische Leitlinie von 2018 fest: Die Kategorie richtet sich nach dem höchsten Wert, egal ob er systolisch oder diastolisch ist [2]. Für Messungen in der Praxis gelten diese Grenzen:
| Kategorie | Oberer Wert (systolisch) | Unterer Wert (diastolisch) | Beleg |
|---|---|---|---|
| Nicht erhöht | unter 120 | und unter 70 | [1] |
| Erhöht | 120 bis 139 | oder 70 bis 89 | [1] |
| Bluthochdruck Grad 1 | 140 bis 159 | oder 90 bis 99 | [2, 3] |
| Bluthochdruck Grad 2 | 160 bis 179 | oder 100 bis 109 | [2, 3] |
| Bluthochdruck Grad 3 | ab 180 | oder ab 110 | [2, 3] |
Drei Beispiele zeigen, wie die Regel wirkt. Bei 118 zu 76 liegt der obere Wert unter 120, der untere aber über 70, also zeigt der Rechner "erhöht". Bei 145 zu 88 entscheidet der obere Wert: Er liegt zwischen 140 und 159, das Ergebnis ist Bluthochdruck Grad 1. Bei 132 zu 102 ist es umgekehrt. Der obere Wert allein wäre nur erhöht, der untere Wert über 100 ergibt aber Grad 2.
Für Messungen zu Hause sind die Grenzen niedriger. Nach der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) von 2024 und der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie von 2023 spricht man bei der Heimmessung ab einem Mittelwert von 135 zu 85 von Bluthochdruck [1, 3]. Der Bereich "erhöht" beginnt auch zu Hause bei 120 zu 70 [1]. Grade nennen die Leitlinien nur für Praxiswerte, deshalb zeigt der Rechner bei Heimwerten drei Kategorien.
| Kategorie | Praxis | Zu Hause (Mittelwert) | Langzeitmessung über 24 Stunden | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Nicht erhöht | unter 120/70 | unter 120/70 | unter 115/65 | [1] |
| Erhöht | 120/70 bis unter 140/90 | 120/70 bis unter 135/85 | 115/65 bis unter 130/80 | [1] |
| Bluthochdruck | ab 140/90 | ab 135/85 | ab 130/80 | [1, 3] |
Was der Rechner zeigt und woher die Grenzen stammen
Die Grenze von 140 zu 90 für Bluthochdruck in der Praxis ist seit Jahren gleich. Das Gesundheitsportal des Bundes nennt sie ebenfalls und beschreibt solche Grenzwerte als Anhaltspunkte, die aus praktischen Gründen festgelegt wurden [4]. Geändert hat sich die Einteilung darunter. Die ESC-Leitlinie von 2024 fasst alles von 120 zu 70 bis unter 140 zu 90 als "erhöhten Blutdruck" zusammen [1]. Ältere Tabellen, wie die der ESC und der Europäischen Hochdruckgesellschaft (ESH) von 2018, unterscheiden hier noch "normal" mit 120 bis 129 zu 80 bis 84 und "hochnormal" mit 130 bis 139 zu 85 bis 89. Als "optimal" galt dort ein Wert unter 120 zu 80 [2]. Du findest beide Einteilungen in Arztbriefen und Ratgebern. Der Rechner nutzt für den Bereich unter 140 zu 90 die neuere Fassung von 2024.
Die Grade 1 bis 3 stammen aus der Leitlinie von 2018. Die NVL Hypertonie übernimmt sie in ihrer Fassung von 2023 für Deutschland [2, 3]. Liegt nur der obere Wert ab 140, der untere aber unter 90, spricht man von isolierter systolischer Hypertonie. Sie wird nach dem oberen Wert ebenfalls in die Grade 1 bis 3 eingeteilt [2, 3]. Der Rechner bildet das automatisch ab, weil er immer den höheren der beiden Werte nimmt.
Der Rechner ist ein Werkzeug von check-dich-selbst.de. Er rechnet in deinem Browser, deine Werte werden nicht übertragen.
Grenzen des Rechners
Eine einzelne Messung reicht für eine Diagnose nicht. Der Blutdruck schwankt, deshalb soll man mehrmals hintereinander messen [4]. Die NVL beschreibt für die Praxis zwei Varianten. Bei der ersten wird dreimal im Abstand von zwei Minuten gemessen und der Mittelwert der zweiten und dritten Messung genommen. Bei der zweiten gilt bei einem auffälligen Wert der letzte Wert nach erneuter Messung nach fünf Minuten Ruhe. Zu Hause misst man morgens und abends je zweimal mit ein bis zwei Minuten Abstand und bildet den Mittelwert über sieben Tage [3]. Gib in den Rechner am besten solche Mittelwerte ein. Wie du richtig misst, beschreibt der Ratgeber Blutdruck richtig messen.

Die Einteilung der Leitlinien gilt für Erwachsene. Für Kinder, Jugendliche und die Schwangerschaft ist der Rechner nicht gedacht. Er sagt auch nichts darüber, ob du eine Behandlung brauchst. Das hängt nach den Leitlinien von deinem gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab, also auch von Alter, Rauchen, Blutzucker und Cholesterin [1, 3]. Was zu den Blutfetten gehört, erklärt der Ratgeber Cholesterinwerte verstehen.
Wann du dir Unterstützung holen solltest
Erhöhter Blutdruck macht meistens keine Beschwerden. Nur bei extrem hohen Werten treten manchmal Schwindel oder Sehstörungen auf [4]. Das ist der Grund, warum etwa 15 Prozent der Erwachsenen mit Bluthochdruck nichts davon wissen [4]. Liegen deine Werte wiederholt im Bereich Bluthochdruck, gehört das in die Hausarztpraxis. Dort wird mit weiteren Messungen geklärt, ob wirklich ein Bluthochdruck vorliegt [3]. Ab 35 Jahren zahlt die gesetzliche Krankenkasse alle drei Jahre einen Check-up, zu dem die Blutdruckmessung gehört [7].
Sehr hohe Werte über 180 zu 110 ohne Beschwerden nennt die NVL eine hypertensive Entgleisung. Sie empfiehlt eine Kontrollmessung nach etwa 30 Minuten in Ruhe [3]. Kommen zu so hohen Werten akute Beschwerden hinzu, etwa Atemnot in Ruhe oder Zeichen eines Schlaganfalls, liegt nach der NVL ein Notfall vor, der sofort ins Krankenhaus gehört [3].
Warum der Blutdruck wichtig ist
Bluthochdruck ist in Deutschland häufig. Etwa die Hälfte der Männer und etwa 40 Prozent der Frauen haben ihn, mit dem Alter werden es deutlich mehr [4]. Auf Dauer schädigt ein zu hoher Druck die Gefäße und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Je höher der Druck, desto größer das Risiko [4].

Die NVL Hypertonie empfiehlt, bei allen Menschen ab 18 Jahren einmal den Blutdruck zu messen und den Wert zu dokumentieren. Ist er mindestens hochnormal oder gibt es Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes oder Bewegungsmangel, folgt eine genauere Messung in der Praxis. Liegt der Wert dort unter 140 zu 90, rät die Leitlinie zu einer Kontrolle nach einem Jahr [3]. Gegen erhöhte Werte nennt das Gesundheitsportal des Bundes Abnehmen bei Übergewicht, weniger Salz, wenig oder keinen Alkohol, einen Rauchstopp und mehr Bewegung. Reicht das nicht oder ist es nicht möglich, kommen Medikamente in Frage. Vor- und Nachteile werden vorher gemeinsam abgewogen [4].
Welche Risikofaktoren bei dir zusammenkommen, zeigt der Herz-Kreislauf-Check. Wie aktiv du im Alltag bist, fragt der Check Bewegung und Herz-Kreislauf ab.
- Leitlinie 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension. European Heart Journal 45(38):3912 bis 4018. Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC). Stand 30.08.2024. abgerufen am 28.10.2026
- Leitlinie 2018 ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. European Heart Journal 39(33):3021 bis 3104. Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und Europäische Hochdruckgesellschaft (ESH). Stand 25.08.2018. abgerufen am 28.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Kurzfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand 29.06.2023. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Bluthochdruck. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (mit IQWiG). Stand 05.03.2026. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 16.12.2022. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Herzinfarkt. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 28.08.2020. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Gesundheits-Check-up. Bundesministerium für Gesundheit. Stand 08.09.2026. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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